Sylvain Cambreling © Marco Borggreve

Di, 5. Feb 2019 20:00 Uhr

Symphoniker Hamburg / Sylvain Cambreling

Elbphilharmonie Hamburg / Großer Saal

Preise

€ 93.50 | 82.50 | 66.00 | 33.00 | 22.00

Vergangene
Veranstaltung

Für Claude Debussy stand fest: »Hören Sie auf keines Menschen Rat, sondern auf den Wind, der vorüberweht und uns die Geschichte der Welt erzählt.« Mit seinem Bühnenwerk »Le martyre de Saint Sébastien«, das auf einem sehr farbigen Text von Gabriele D’Annunzio basiert, provozierte er durch die Mischung aus unverhohlener Erotik und religiöser Ekstase bei der Pariser Uraufführung einen veritablen Skandal. Viel zu selten wird es gespielt – Sylvain Cambreling bringt es nun mit den Symphonikern Hamburg, der Europa Chor Akademie Görlitz und einer renommierten Solistenriege im Großen Saal der Elbphilharmonie auf die Bühne.

Das Original behandelt in fünf Akten das Leben und Leiden des Heiligen Sebastian, der wegen seines Bekenntnisses zum Christentum vom römischen Kaiser ermordet wurde – und einer der populärsten Heiligen der katholischen Kirche ist. Bei der Uraufführung 1911 wurde die Rolle des Helden Sebastian von einer jüdischen Frau gespielt und das auch noch in knappen Kleidern. Grund genug, für den Erzbischof von Paris, das Werk indizieren zu lassen. Zudem kam Debussys Werk auch beim Publikum nicht gut an: Es war zu lang und die Texte von Gabriele D'Annunzio zu schwülstig.

Debussys Musik hingegen hat einen ungemein hohen künstlerischen Wert – so wurde das Martyrium viel öfter in der Fassung für Sinfonieorchester aufgeführt als das Original, das zwischen Oper, Oratorium, Ballett und Musiktheater anzusetzen ist. Als Sylvain Cambreling »Das Martyrium des Heiligen Sebastian« 2005 aufführte und auf CD aufnahm, bat er den Schriftsteller Martin Mosebach um eine Neufassung. Auch in der Elbphilharmonie erklingt diese Fassung für Orchester, Chor, Sprecher und Gesangssolisten.

Mosebach erläuterte damals seine Arbeit: »D‘Annunzio hat sein Drama vom Apostolat und dem Martyrium des heiligen Sebastian, der durch die europäische Kunst zu einem der bekanntesten Heiligen geworden ist, bei aller Freiheit doch recht deutlich an die mittelalterliche Heiligen-Vita der Legenda Aurea angelehnt. Statt der langen Szenen und Dialoge, die in D’Annunzios Libretto zwischen den Musikstücken, den Arien und Chören vorgesehen waren, wird eine Erzählerin deshalb, zum Teil unter Verwendung von Texten aus der Legenda Aurea und aus den Paulus-Briefen, den Gang der Handlung andeuten und den Konflikt skizzieren, in den Sebastian geriet, als er den Heiden mit ihren Göttern den Anspruch seines neuen Gottes entgegenhielt.«